August 21, 2020

Wenn ein Fohlen ohne Augenlicht zur Welt kommt, dann überlegen viele Züchter, ob sich die Aufzucht und diese Investition von Geld überhaupt lohnt... Nadja ist, wie Simone aus Episode 12, auch in der "IG Blinde Pferde e. V. engagiert und hat selbst ein Pferd, das von Geburt an blind ist und hat auch mehrere schon begleitet!

Auf dem Bild ist Nadja vom Verein "IG Blinde Pferde e. V." mit ihren Pferden Shadow (komplett blind geboren) und Sunny (fast blind, inzwischen 30 Jahre alt)

Links zu Dingen über die ich spreche

Kontakt zu Nadja:

  • über die Website
  • in dringenden Fällen über Handy: 0160-95578135

Facebook-Gruppe „Heilkräuter und Co. für Pferde“

Transcript

[0:04] Hallo und herzlich willkommen zu
dem Podcastpferdegesundheit. Ich bin Sabrina Hollender und ich freue mich, dass ich heute die Nadja bei mir habe. Sie ist die zweite Vorsitzende vom Tierschutzverein IG Blinde Pferde e. V.
Kommt ihr vielleicht bekannt vor. Zuletzt habe ich schon mal mit der Simone gesprochen und weil das so ein netter Kontakt war und da noch so viele weitere tolle Themen sind, habe ich heute
die Nadja eingeladen. Sie ist selber keine
Therapeutin, also sich nicht ausgebildet in irgendeinem Tier therapeutischen Bereich, aber für sie ist Tierschutz ein Ehrenamt und damit eine Herzensangelegenheit. Sie hat nicht nur ein blindes Pferd, sie hat
gleich mehrere blinde Tiere, auch Katzen und Hunde und da erzählt sie uns jetzt gleich drüber. Hallo Nadja, schön, dass du da bist.
Ja hallo, ich freue mich, dass ich hier sein darf. Ja, schön, wunderbar. Ja. Genau, lasst euch starten. Ich habe gerade gesagt, du hast halt nicht nur Pferde, sondern auch Katzen und Hunde.
Genau, ja. Also ich äh habe allgemein nur Handicaptiere bei mir zu Hause. Nur Handicaps hier. Nur Handicaps. Das heißt, unsere Hündin ist eine Angst und alle anderen sind gehandica.
Okay, Wahnsinn, hast du da irgend so ein Fabel für, du bist ja auch erst recht spät zu den Pferden gekommen,
Genau. Warst du schon immer gehe ich von aus? Ich war schon immer Tierfreund, aber vorher waren die Tiere auch nicht gehandicapt. Das kam tatsächlich alles erst nachdem mein Schert eingezogen ist.

[1:25] Wie bist du an dein erstes Pferd gekommen.

[1:28] Ich war auf einer Party, ein bisschen betrunken, mich hat ein Mann angesprochen, er kennt mich äh vom Sehen her und ich wäre doch sehr viel lieb und er hätte ein Pferd zu Hause stehen.
Was äh irgendeine Augenerkrankung hätte und ihr könnt es nicht mehr gebrauchen, ob ich das haben wollte. Das habe ich zu dem Zeitpunkt in Warprin Kontakt zu Pferden gehabt. Ja
ich hatte Angst vor Pferden, weil ich fand die einfach nur groß und gefährlich, noch größer, noch gefährlich, ja. Okay, genau. Ja. Ja. Und ich habe das am anderen Tag meinem Mann erzählt. Ich sage so, so, der hat mich ja angesprochen und mein Mann sagt, ja, lassen uns doch mal angucken. Ich sage, wen sagt er, das Pferd.

[2:01] Dann habe ich gestürzt, ich sage, ich ich sage, wie so, soll ich mir dein Pferd holen? Ne, dann sagt er, ja komm, wir fahren einfach mal, du wolltest ja schon immer eins haben. Sage, ja, ich fand die schon immer wunderschön, aber ein eigenes Pferd haben, ähm.
Nee. Und dann sind wir hingefahren und ich habe den Sané gesehen und wusste, das ist mein Pferd,
Mhm. Ja. Wir haben ihn dann zwei Wochen später schon abholen müssen, weil er sonst zum Schlachter gefahren wäre, der hat uns dann sehr unter Druck gesetzt. Mhm. Ähm Sunny kam mit einer.
Sehr starken äh periodischen Augenentzündung auf dem linken Auge, das Plus Glaukom, das heißt, das Auge stand auch schon raus. Oh, das war eingetrübt, deshalb nennt man das auch im im Umgangssparlichen Mondblindheit, weil das Auge sich wirklich zuzieht, wie so ein Mond. Mhm. Ähm,
Wir haben ihn dann behandelt dreimal und äh mussten dann das Auge ganz schnell entfernen, weil er wirklich vor lauter Schmerzen dann da stand, trotz Medikation in Salben und hat den den Kopf gegen die Steilband geschlagen.

[2:50] Ja, warte. Ja. Das kann ja da sehr, also gerade bei periodischer Augenentzündung, sind die Schmerzen. Ja, wirklich unfassbar und ja. Ja, wenn da nichts mehr hilft, okay, aber auf einem Auge oder das andere dann auch.
Die haben ihn dann, ich hab das in der Klinik machen lassen und die haben sich das andere Auge angeguckt und meint, damit stimmt was nicht, sie hatten damals aber noch kein Spezialisten, das ist jetzt also siebeneinhalb Jahre her.
Ähm ich sollte doch bitte ein Augenspezialisten hinzuziehen, weil das rechte Auge vermutlich auch nicht mehr richtig sieht.
Mhm. Da der Sunny aber nicht handelbar war für mich. Also ich habe ihn kaum in den Hänger bekommen, muss. Ein bisschen warten,
Mhm. Ähm er war mega misstrauisch, Menschen gegenüber. Also er hat sich eigentlich auch kaum halfter lassen, hat sich mich anfassen lassen, was in der Kombination mit mir als Angstmensch verfärben, ganz schwierig war am Anfang. Ja.
Wir haben uns dann zusammengerauft, wir haben eine ganz tolle Stallbesitzerin, eine Trainerin gehabt und wir sind dann halbes Jahr später nach Dülmen gefahren zum Doktor Thoss. Mhm. Und der hat dann bestätigt, dass das Rechte Auge auch schon blind ist.

[3:47] Und damals hat mir halt wirklich jeder auch dazu geraten, ihn einzuschläfern, weil er wirklich nicht handelbar war. Also er ließ sich nicht übern Hof führen, äh.

[3:56] Also er liest eigentlich gar nichts mit zu. Was hat er gemacht?
Also der hat äh, ich muss dazu sagen, der Vorbesitzer hat ihn nicht ganz sanft behandelt, der hat den ganzen Körper schon gehabt. Die haben den, also der war in einem Mittelalterment, in den Kämpfen in Frankreich.

[4:09] Und beim letzten Schwertkampf hat er dicht gemacht, der wieder vermutlich schon nicht mehr viel gesehen haben und dann haben die dann durch den Kampf geprügelt und durch diese Festivals, die da gemacht haben.
Und ähm ja, der hat sich gelernt, der hat gebissen, der hat getreten, der ist ganz bewusst in uns reingerannt, wenn er keinen Ausweg wusste, bei dem kleinsten bisschen Druck oder bei.
Einer geräuchlichen Veränderung oder wenn er irgendwie den Eindruck hatte, da passiert jetzt irgendwas Unheimliches,
Wer nicht wusste wohin, dann hat er auch mit mir am Strick die Zäune eingerissen. Äh also der war eigentlich auch gefährlich, ne? Das ist so. Ja,
Ja, naja, muss man ja auch aufpassen, okay. Also glaubst du oder bist du dir sicher, dass das, äh, aber dann schon mit der Blindheit auch zu tun? Ja, ja. Definitiv. Er hatte in der Phase keinen Menschen, der ihn an die Hand oder einfach an den Huf nimmt und sagt, komm.
Wir machen das zusammen, ne? Ja, es gibt ja auch Pferde, die ja auch mit der Blindheit dann nicht klarkommen. Und wenn dann natürlich die äußeren Umstände noch extrem schwierig sind und die Menschen es nicht schaffen, darauf einzugehen, dann kann das natürlich auch echt einen Schuss nach hinten sein, ne? Ja. Ähm, wie hast du's dann geschafft, dass er,
dir doch dann irgendwie vertraut, also gab's dann Schlüsselmoment. Bin äh sehr hartnäckig gewesen. Also ich bin jeden Tag hingefahren,
Ja. Und meine damalige Stallbesitzerin, wir sind also fünf Jahre deinem Stall geblieben. Die hat äh ihn kurz.

[5:20] Fein geritten, sie sagst zweimal drauf und dann hat sie mich auch direkt drauf gesetzt und sie hat mit mir gearbeitet, dass ich mit ihm arbeite.
Meine Angst gänzlich verloren habe ich erst nach viereinhalb bis fünf Jahren vor ihm,
das war ein Schlüsselmoment, ich ich hatte vorher eine Tierkommunikation, weil ich wirklich nicht mehr wusste, wie ich meine Angst verlieren soll und wie ich ihm helfen kann, weil er auch Angst hatte. Mhm. Und ähm.
Mir wurde durch diese Tierkommunikation einfach bewusst, dass dass wir uns auch gegenseitig spiegeln, also dass ich meine Unsicherheit auch auf ihn projiziere und er mir natürlich nicht vertrauen kann, wenn ich ängstlich neben ihm stehe und sage, hm, das ist mir aber unheimlich. Mhm.
Weil dann sagt er, ah ja, wenn's der unheimlich ist, dann habe ich da auch ein bisschen Angst vor, dann ist das ja jedes Mal eskaliert. Ja. Und ich bin auf die Wiese gekommen und ähm die meine Angst war weg.

[6:03] Ach, das war der erste Moment, wo wir richtig schöne Freiarbeit machen konnten, wo wir wirklich ein ein Miteinander erlebt haben, äh.
Der ist hinter mir hergaloppiert, der hat angehalten, also das war wirklich, wir haben gespielt, ne? Und von dem Moment an war das, äh, das war unser Knackpunkt, eigentlich, dass ich auch meine Angst verloren hatte.

[6:20] Wie schön war, ich kriege mal sowas in mein ganzer Haut. Ich fühle immer so mit. Ja, das war auch. Das war ein magischer Moment, ne? Ja. Ja. Ja, ja,
Und das war auch bleibt gleich der Moment, wo wir den Verein gegründet haben und äh Shadow in unser Leben kam,
ja genau, Shadow ist dann der, um den es eigentlich ja so ein bisschen gehen soll heute, weil wir ja eigentlich das Thema auch blind geborene Pferde haben. Das heißt, äh wie hieß jetzt nochmal dein erstes Pferd
dass der Sunny
Sunny, genau. Ja. Ähm, ach, das ist der Schimmel, ne? Ich hatte Facebookprofil schon angekommen. Genau, ja. Ja auch. Hatte ich mir damals noch eine Mini-Shetty-Stute geholt. Mh,
die auch schon blind ist. Ah ja, ja. Ja. Ja. Und es sind Sunny sieht der Sunny denn jetzt noch was oder ist er auch komplett? Er sieht noch äh ach ich glaube, ähm der hat.
Hell und dunkel wird er sehen. Ja, ja. Also das ist nicht operiert werden. Nein, also das ist ein schleichender Verlauf und ähm ich habe das gut im Griff. Wer hat Recht, du Schauschnitzmasken vierundzwanzig sieben? Hm,
und ähm wenn man das Immunsystem halt wirklich immer wieder aufpäppelt und äh aufs Futter achtet, ähm die Pferde sehr stressfrei hält.
Dann äh verringert man die Gefahr der Schübe. Und er wird halt schleichend blind. Also das äh ich nachts sieht er nichts mehr im Regen sieht, er nichts mehr, wenn's neblig ist, wenn die Sonne scheint, dann gibt's im Moment wo er wirklich komplett blind ist, aber er nimmt noch was wahr.

[7:42] Okay. Ja. Ähm das.
Du hast da gerade was gesagt, das wird man nachher nochmal kurz aufgreifen. Wir gehen jetzt erst nochmal weiter in der Geschichte und gleich frage ich dich aber auf jeden Fall nochmal, äh was du jetzt damit meintest, äh wie man das Futter entsprechend an. Ja. Damit die Schübe nicht so schlimm oder so häufig kommen. Ja.
Ähm okay, jetzt erzähl uns mal von Shadow. Wie ist Shadow in dein Leben gekommen.
Ja, wir hatten ja zweitausendsiebzehn haben wir uns getroffen, mit ein paar Frauen, dann haben beschlossen, dass wir die V gründen.
Und Anfang zweitausendachtzehn haben wir die Vereinsregistereintragung bekommen und prompt kam ein Hilferuf von einer bekannten.
Aus Deutschland, die eine Züchterin aus Tschechien hat, mit einem blind geborenen Schul.
Jedoch war zu der Zeit schon äh neun Monate alt oder zehn. Hm, der ist blind geboren in Tschechien und die Züchterin war schlichtweg überfordert mit ihm.

[8:34] Ähm konnte die Haltung nicht wirklich anpassen, die Tierärzte, die haben ja alle geraten, dieses blinde Fohlen einzuschläfern.
Tschechen ist natürlich da noch eine eine Stufe schwieriger wie bei uns. Also sie hat überhaupt keinen Zuspruch gefunden. Mhm. Hat ihn mehr oder weniger versteckt, also ne, hat ihn dann auch nicht mehr gezeigt, den Tierärzten und als ich ihn dann, wir haben ihn dann im Mai besucht, mein Mann und ich.
Für uns war von Anfang an klar, dass zu uns kommt und gar nicht erst in die Vermittlung geht. Ah ja. Weil witzigerweise ich dann als ich Sunny bekam, fängt man ja an sich äh für Pferde zu interessieren und man könnte verschiedene Rassen,
Ja. Und ich bin bei den Rocky Mountains und bei der Kind Takis hängen geblieben. Und ich habe die gesehen, habe gesagt, was ein Traum fährt. Ne? Okay.
Ja und Shadow ist ein Kontaki mal und ein Zettelhorst, also genau in der Farbgebung, wo ich immer gesagt habe, das ist mein nächstes Pferd. Also, ich weiß nicht, warum. Er sollte wahrscheinlich zu uns kommen, er ist auf unserem Hochzeitstag geboren, also da gibt's so ganz viele Dinge, wo ich sage, das.
Er sollte einfach zu uns kommen, ne? Und wir haben uns in Mais sind wir nach Tschechien gefahren, haben ihn besucht, ähm in einem sehr verwahrlosten Zustand. Mhm. Also die hat, das ist eine tolle Zucht, die hat eine ganz tolle, große.
Ja, das das ist schon ja ein Gehege mit Wald, also wirklich, die versucht die Pferde so frei wie möglich zu halten mit Hengst in der Herde mit äh den Stuten, den Fohlen.
Aber für das Bindescherd ist es nichts. Äh der ist, hat versucht, hinter der Herde herzugehen, ist dann im Kopf gegen einen Ast gekommen, ist zurückgegangen. Die Herde zog weiter, er blieb zurück, dann hat er angefangen zu schreien, also wir haben das zwei Tage lang beobachtet.

[9:58] Die äh Mutterstute hat ihn auch zurückgelassen, ne? Die hat den auch nicht mehr saugen lassen, er war sehr dünn. Und Shadow ist dann stundenlang im Kreis gelaufen und hat geschrien. Also es ist auch keins der Pferde zurückgekommen.
Und ähm dass er das im Prinzip überlebt hat, dass man Wunder. Also es ist tatsächlich so, ne? Ich habe ihn dann versucht, in dem Kreisen Zustand zu der Mutter zu bringen, da war überhaupt nichts zu machen, weil er sich so reingesteigert hatte.
Versucht, die Stute zu holen, was auch nicht wirklich ging.
Und ähm wir haben dann versucht, so schnell wie möglich hinzuholen. Also wir konnten ihn dann im Juli zwar erst holen, weil ich hier zu Hause Schwierigkeiten hatte, einen Stall für ihn zu finden. Mhm. Weil ein blind geborenen jungen Hengst keiner haben möchte. Am Stall und ähm.

[10:39] Wir haben ihn dann im Juli abgeholt, er war.
Ja, Haut und Knochen. Ja, du hast mir die Fotos geschickt, wenn du ähm damit einverstanden bist, dann stelle ich die mit auf die Website. Ja, nee, ja. Ja.
Also da ist, ich ich kann dann vorher nachher Bild draus machen. Ja. Das ist ja schon.
Enorm. Ja, ja. Das nimmt einen sehr mit. Ja, okay.
Wie alt das fährt auch heute. Der ist jetzt drei geworden. Aha. Zwei. Okay. Und wie geht es ihnen jetzt? Gut. Also sehr gut. Der hat sich sehr, sehr schnell erholt, also er war von Anfinger an ganz.
Bei mir. Mhm. Ähm der Fahrten ganz großes Urvertrauen Menschen gegenüber, nicht allen Menschen, also schon den, wo ihr die Stimme kennt und wo er merkt, okay,
die sind unglaublich sensibel, die Blindgeborenen, die sind sehr sensibel ihrer Umwelt gegenüber, aber auch den Stimmungen der Menschen gegenüber, also die.
Die nehmen das ganz anders wahr. Wenn da zwei, drei Menschen auf der Wiese stehen, ich habe viele Menschen, die ihn besuchen möchten, die kommen möchten und ähm,
bei manchen sagt er, da gehe ich sofort hin und bei manchen hält der echt Abstand. Ja. Das sind auch dann Menschen, wo ich eigentlich für mich sage,
Mhm. Okay, plastisch, ja. Ja. Genau. Aber ihm geht's gut. Ich fange jetzt an, ihn zu arbeiten, langsam mit Longieren, was natürlich ein bisschen schwierig ist bei ihm, weil er.

[11:53] Nicht, dass er ein Jahr lang die Kreiselt hat, wenn er nervös war. Er ist am Anfang auch gemacht hat. Ja. Ich habe das unterbunden und jetzt schicke ich ihn in den Kreis. Das ist sowas, wo er sagt hier.
Mhm, verstehe ich jetzt noch nicht. Ja, wenn er drei Jahre, ja, das ist, dann hat er ja noch ganz viel Zeit. Richtig. Hast du denn auch hast du Freude, irgendwann auch mal so zu reiten? Ja. Das mit ihm, ja? Definitiv, ja. Ja.
Also ich fange langsam an, ihn drauf vorzubereiten und äh ich habe schon so zwei Trainer im Kopf, weil ich ihn nicht einreiten kann, das habe ich zu wenig Erfahrung. Mhm. Aber ähm ich lasse den definitiv mit fünf, sechs Jahren dann einreiben. Ja
Ja. Okay. Ja. Und er lebt jetzt aber mit Sunny zusammen? Genau. Mhm. Die eben in einem Offenstall, die zwei. Ah ja
Also die können rein und raus, wie sie wollen. Das ist also wirklich schon fast robusthaltung, die ich habe. Ja,
sie haben im Moment eine große Weide zur Verfügung, müssen verwinkelt durch einen Zaun, durch den Eingang in ihr Zelt oder auf den Platz.

[12:46] Müssen hinten raus auf die andere Wiesn, das ist überhaupt kein Problem,
wenn er weiß, wo er langlaufen kann, ne? Genau. Und da auch man als Menschen ein bisschen drauf achtet, dass er nicht im Weg liegt, dann geht das auch alles. Genau. Du hast gesagt, es ist schwierig, äh, einen Stein zu finden für, ja, gut, ein blinder Junghengst, ja, klar, ne?
Kommen die Nummer mit dem Hengst kommt da noch ein bisschen erschwerend zu, das ist ja generell ein bisschen schwieriger.
Wie hast du die oder was hast du für Erfahrungen gemacht bei euch im Verein finden? Die Menschen, die sich einen blinden Pferd annehmen, was ist da mit der Stallsuche funktioniert das? Schwierig. Schwierig. Tatsächlich sehr schwierig, weil viele Stallbesitzer wirklich ähm.
Angst davor haben, ein blindes Pferd aufzunehmen, Bedenken haben. Mhm. Und wenn es nicht die Stallbesitzer sind, sind es sehr viele Einsteller, die halt wirklich Zweifel haben. Also mit der passt von der Stallgemeinschaft her dann nicht, dass sie das nicht möchten, aber auch viele Stallbesitzer einfach sagen, EU,
Ja, das kommt nicht in Frage. Und dann kommt natürlich auch die Umzäunung dazu. Ja. Ähm nur Litze reicht vielen Blinden halt einfach nicht,
Manchen, manche kann man nur Litzes stellen, manche brauchen aber wirklich auch den festen Zaun und da hört's dann bei vielen Stallbesitzern schon auf.
Auch das flexible, dass die Stahlbesitzer sagen, Mensch komm, wenn du die Kosten übernimmst, mach den Zaun, wie du möchtest, also das äh ist sehr selten leider. Mhm. Ja.

[14:02] Oh, das sind so viele Baustellen, die man dann bearbeiten muss und dann irgendwie, ja, irgendwie richten muss, ne? Ja.
Jetzt hast du ja im Prinzip die Erfahrung einmal mit einem Pferd gemacht, dass es später blind geworden ist und einmal die Erfahrung mit einem der Dre
nimmt das was? Ja. Was würdest du sagen, was ist einfacher? Das ist schwierig. Also ich finde beides ähm man kann es nicht miteinander vergleichen. Also der Sunny.

[14:30] War schon ausgebildet, als er in der Erblindung war. Mhm. Er hat schon seine Erfahrungen gemacht, die halt nicht ganz so positiv waren, die letzten Jahre. Mhm. Dadurch ähm ist er natürlich wesentlich nervöser und misstbrauischer in der Phase der Erblindung, weil die sehen auf einmal anders.
Das Licht spiegelt sich anders, Schatteneinwürfel, erschrecken sie, also sind so viele Dinge, wie das Pferd auf einmal anders sieht. Ja.
Wo es erstmal wieder lernen muss, Mensch, äh ich komme da durch und der Mensch an meiner Seite ist toll und wir schaffen das
aber das Pferd ist schon ausgebildet. Das heißt, du kannst mit denen weiterarbeiten. Mhm. Du kannst es weiter longieren. Du kannst mit denen spazieren gehen, du kannst es weiter reiten, viele fühlen sich unterm Reiter wesentlich sicherer,
weil sie dann halt auch diese Lenkung von oben haben.
Das Blindgeborene, das ist die kommen zu tausend Prozent zum Recht, also die die haben eine Wahrnehmung, die sind sensibel, die sind feinfühlig, äh.

[15:18] Unglaublich selbstbewusst, also wirklich Wahnsinn, die haben einen an Selbstbewusstsein, Sondergleichen, aber es sind junge Pferde, das heißt, er kennt noch nichts,
er kennt den Zaun nicht, er kennt den Strom nicht, er kennt die Litze nicht, ne? Und ähm gerade das junge Pferd, das blinde, das muss sich, also der Scheller muss sich hoch konzentrieren, den ganzen Tag.

[15:36] Dass er halt zurechtfindet, das machen müssen, die blinden alle, ne? Ja. Aber bei den jungen Pferden, wie das ist, auch wie bei jungen Menschen, so die konzentrieren sich nicht den ganzen Tag und er hat natürlich auch Bock, einfach mal loszurennen und
Ja. Nein, ne? Es ist so. Natürlich. Und das sind die Momente, wo er wirklich dann auch in den Zaun gekracht ist. Ne, also wir hatten schon ein paar Unfälle, wo ich wirklich äh.
Ich glaube, heute noch auf Holz. Was passiert, aber damit online nicht.

[16:00] Zumindest bei Nackenwand zerbrochen. Also das passiert leider auch, ne? Ja. Ja und da muss man als Besitzer ein dickes Fell haben. Mhm.
Beim letzten Mal habe ich noch gesagt, hast du's wieder nicht gesehen? Ne, also meinen Stallbesitzer gesagt, sei hier, wir brauchen da nochmal so ein paar Holzlatten. Die Menschen gehen auf unsere Rechnung, ne.
Ähm ja, das passiert halt auch, ne.

[16:20] Okay. Ja. Gib uns mal nochmal äh ein paar Sätze zu deinen anderen Tieren, die du hast, die auch Handicap haben, also blinde Katzen.
Die sind wundervoll, die sind unglaublich sensibel. Wir leben aber bei dir zu Hause, die leben alle bei mir zu Hause, drinnen, ja. Also, ich habe mir ganz bewusst Handicap Katzen ausgesucht, die ich nicht rauslasse,
Ah ja. Ja. Weil wir damals eine gesunde Katze hatten, die uns von einem Nachbarn totgetreten wurde und wir sind zwar auch umgezogen mittlerweile,
aber ich gesagt habe, ich möchte nie wieder die Gefahren haben, dass ich eine Katze rauslasse.
Und gesunde Katzen würde ich als Hauskatze nicht halten, weil ich dann immer noch der Meinung bin, ich lebe auf dem Land und da muss ich die gesunde Katze auch auslassen. Ja, okay. Und meine Handicap-Katzen, die kommen zu Hause, draußen, nicht gut zurecht und die habe ich ohne schlechtes Gewissen drin.

[17:07] Ja. Wow. Ja. Es sind zwei Blinde und zwei, drei Beinchen. Jetzt zieht noch eine Blinde ein,
so kämen kaum einer auf die Idee, ein Tier, egal ob Pferd, Hund oder Katze mit Handicap zu nehmen, aber so wie du das sagst, wenn das wirklich zu deinen ja, im Prinzip zu deinen Bedürfnissen, zu deinen Sorgen, zu deinem persönlichen Pas,
dann ist das ja wunderbar. Vielleicht sollten aber viel mehr Leute drüber nachdenken, dass aus auch solche Tiere gibt, die ein schönes Zuhause verdient haben und vielleicht sogar viel besser,
anstatt wirklich, ich sage jetzt mal eine gesunde, agile Katze zu Hause einzusperren, gegen ihren Willen vielleicht irgen,
Ja. Ja, dann eine Katze nehmen, die dankbar ist, wenn sich vier Wände hat, wo sie sich auskennt und wo sie sich wohlfühlt und sich anfühlt vor allem, ne,
Also bei unserer ganz kleinen, also das heißt, die die war schon sehr früh blind, wie haben sie mit sechs Wochen schon blind auf der Straße gefunden? Wie jeder, die es ähnlich wie der Shadow, die hat,
geschenkt fliegen, wie ich noch nie eine sehende Katze habe, Fliegen fangen sehen. Der Kater, der ist später erblindet, der hat da ein bisschen mehr Schwierigkeiten, ja. Mhm. Du musst nicht dann schon mal wirklich konzentrieren, um sich zu orientieren. Also, auch da gibt's dieselben Unterschiede wie bei den Pferden, ne,
Ach witzig. Ja. Ja. Und der Hund,
der ist nicht blind. Das hat, ich hatte vorhin gesagt, nee, aber der ist nicht blind, ne? Die ist traumatisiert. Also das ist ein geschundener Hund. Also die, ich weiß nicht, was sie erlebt hat, die war sechs Wochen halt, als wir die bekommen haben, aber,
Die Angst sitzt immer noch drin. Also nicht als wir sie bekommen, als sie gefunden wurde, ne.

[18:30] Und da war sie schon so verängstigt. Also ihr müsst der ganze Wurf hatte so eine Angst. Und die hat auch heute noch sehr viel Angst. Aha. Also die haben schon viel aus ihr rausgeholt, aber so ein bisschen Restangst bleibt einfach.

[18:41] Ja. Es gibt auch ähm also als ich damals meine Homöopathieausbildung gemacht habe,
es gibt ja, ich habe keine Ahnung, ich glaube, irgendwie fünfzehntausend verschiedene, homöopathische Mittel. Ja. Und jedes homöopathische Mittel hat im Prinzip, ich sage mal, einen eigenen Charakter. Ja. Und äh
nicht alle hymopatische Mitte sind auch gleich Konstitutionsmittel, aber
wenn man sich damit mal so auseinandersetzt, was es immer so für feine Abstimmungen gibt,
es sind ja nie alle gleich, ja? Ja. Ähm und gerade auch das Thema Angst ist bei vielen Lebewesen ja auch ein Thema
ja, ne? Und ähm das kann aus verschiedenen Gründen und manchmal steckt es einfach ja in den Knochen im Blut, in der Erbmasse, wo auch immer drin und dann kriegt man es auch nicht,
richtig raus. Also nicht hundertprozentig, ne? Nein, leider nicht. Also wir haben wirklich alles. Wir haben mit einer Hopatin auch zusammengearbeitet. Bekommen und ähm
ich war dann in der Hundeschule. Wir haben einen Trikots gemacht, Mensch, Welt, wo sie wirklich dann auch aus sich rauskam, auf dieser Fährtensuche, ne? Mhm. Aber so das Quäntchen Angst bleibt, ne?
Okay, ja.

[19:52] Du hattest vorhin was bezüglich den Futter gesagt bei Verben mit periodische Augenentzündung.
Du kannst wie sind da deine Erfahrungen,
Also ich ähm sehe das beim Sunny bei meinem alten, also der ist fast dreißig und ähm ich achte halt sehr drauf, dass es ein Futter ist, was der Körper sehr gut verstoffwechseln kann. Also.
Ich achte drauf, dass wenig Getreide, kein Mais, ne? Keine keine Zuckerzusätze oder so was drin ist, dass es ähm im Prinzip erkricht Luzerne.
Nämlich erst Kassette, beides gehäckselt, weil er braucht Zusatzfutter, dadurch, dass er so alt ist.
Ähm dann kriegt er noch andere Futtersorten, die halt einfach äh den Stoffwechsel nicht so schwer machen. Mhm. Und das äh ich füttere halt also saisonal immer die äh Kräuterchen zu, die der Körper braucht fürs Pferd, zum Fellwechsel im Sommer.
Zum Herbsten gibt's andere Kräuter, dass man einfach das Immunsystem so ein bisschen unterstützt.

[20:42] Habe regelmäßig auch eine Heilpraktikerin da, dass er auch wirklich dann äh die Leber und Nieren sind, ganz, ganz wichtig bei Pirutscher, Augen und Demokratie, Leber, also Leber spiegelt immer die Augen wieder
Das hängt sehr arg zusammen, deshalb mit der regelmäßig entgiftet, ne? Ja. Weil einfach die Schübe so gering wie möglich halten, weil zum einen ist es immer wieder schmerzhaft oder kann schmerzhaft sein
Mhm. Und zum anderen möchte ich ihm dieses bisschen restlich, was er hat, einfach erhalten, weil ich bei ihm nicht denke, dass er ein Pferd ist, der in kompletter Dunkelheit zurechtkommt.
Ah ja. Ja.
Und wir haben das jetzt seit sieben Jahren haben wir das Auge stabil. Er hat keine schweren Schübe. Ähm gut äh ist schleicht kontinuierlich in die Erblindung rein, aber dieses kontinuierliche ist dann nicht so schlimm für ihn, weil es gewöhnt er sich nach und nach. Mhm. Ne? Dran. Mhm
ja. Mhm. Und bei Shadow zum Beispiel, durch das ja so dünn war und so unglaublich stark verwurm wird, ihr kriegt das gleiche Futter wie Sunny. Ja. Ähm Lebanienwerte waren auch ganz arg und in der Zeit hat er auch Shadow die Augen permanent entzündet, weil sie A aber immer wieder auffällig
Mhm. Als wir die lieber Werte in Ordnung haben, sind die Augen auch gut. Ja. Und er hat blinde Augen, er hat keine Entzündung drin, in dem Sinne, das ist wieder was ganz anderes, aber ja.

[21:48] Ich habe gerade erst ähm eine Folge aufgenommen
übers Jakobskreuzkraut, bisschen was über die Vergiftung mit Jakobskreuzkraut und da spreche ich auch über eine äh Lebernierenkuh
Ja. Über mehrere Woche, mit Artischocke und anderen Heilkräutern und äh wenn genau, also wenn jetzt hier ein Hörer ist, den das in der interessiert, der kann auch da gerne nochmal reingucken. Ich habe das auch als Download auf meiner Website bereitgestellt, ähm dann bekommt man das Ganze äh Skrip
dazu mit allen Erklärungen mit Dosierung und auch wo man das beschaffen kann,
Super, du Liebe. Ich danke dir vielmals für den Einblick, den du uns gegeben hast
dein Leben mit blinden Tieren. Wir sind ja nicht nur Pferde. Und vor allem auch ein blind geborenes, sehr bewegende Geschichte von Shadow. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihm weitergeht. Also allerspätestens.

[22:40] Wenn du ihn dann in zwei, drei Jahren auch mal reitest. Ja. Ähm hören wir uns auf jeden Fall nach. Nee, gerne.
Ja. Die Geschichte, wenn man euch verfolgen möchte, ihr postet ja auch immer ganz fleißig auf euren Facebook und Instagram Accounts und da hast du ja auch immer mit drin, wenn mal wieder ein,
ein Vermittlungspferd, genau, mit dabei ist, also
wenn irgendwie jemand ein bisschen Platz hat und vielleicht was Gutes tun möchte und sich auch das Zutraut mit einem blinden Pferd
also das Abenteuer mit einem blinden Pferd einzugehen. Dann kann man jetzt zu euch auf jeden Fall auch äh Kontakt aufnehmen und wenn man als Besitzer ein Pferd hat, was in die Erbblindung rutscht, der sowieso auch schon zuletzt auch mit der Simone schon ausfällt. Ich.

[23:23] Das ist uns auch ganz wichtig, dass die äh Menschen wissen, ähm wenn die sich für eins unserer Pferde interessieren, die wir in der Vermittlung haben, dass wir auch nachher die Betreuung gewährleisten. Also, wir sagen jetzt nicht einfach so,
du hast jetzt das Bild du fährt und sieh zu, wie du klar kommst, sondern wir betreuen die auch im Nachhinein. Ja. Und unser Wunsch ist es einfach auch die äh,
die Pferde nicht aus unseren Augen zu verlieren, die über unsere Vermittlung liefen, dass wir wirklich sagen können, wir.
Halten zu allen Kontakt, wenn's Probleme gibt, sind wir immer da, als Ansprechpartner. Wir wünschen uns natürlich, dass es keine Wanderpokale werden. Ja. Wir wünschen uns vom Herzen, dass die Pferde einfach bei ihrem Menschen dann auch bleiben dürfen. Ja.
Ja. Ich meine, das wünscht man sich ja sowieso, aber für. Ja,
ein Pferd, was auch diese Anlehnung dann ja nochmal viel, viel mehr brauchen, dieses Vertrauens und diese Bezugsperson ja dann letztendlich auch, ne? Ja. Da wünscht man sich das ja nochmal viel, viel mehr.
Okay, cool. Ich danke dir auf jeden Fall für dieses äh wunderbare und nette Gespräch. Ja.
Wenn der Podcast Spaß gemacht hat, kann man den gerne abonnieren, bei Google, iTunes, Spotify, wo auch immer ihr den Podcast findet, wir sind fast überall vertreten, am sämtlichen Plattform, wo man Podcast bekommen kann. Hier geht's immer irgendwie ums Thema Pferdegesundheit
und dann,
ja, würde ich sagen, Liebe, Nadja, bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal, war sehr schön, vielen Dank. Gerne, bis bald, tschüss. Tschü.

​ Verpasse​ auf keinen Fall diesen einen, vielleicht wichtigsten Tipp ever!

 ​Melde dich hier für den Newsletter an: