Juli 28, 2020

Viele Pferde haben Probleme mit dem Magen. Warum und wieso und was man beachten kann um Magenprobleme zu verhindern, erfährst du in dieser Episode.

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Transcript

[0:04] Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Pferdegesundheit. Ich bin Sabrina Hollender und ich freue mich, dass du wieder mit dabei bist. Heute geht es um das Fressverhalten unserer Pferde.

[0:16] Wir sprechen über natürliches Fressverhalten über das Fressverhalten in den.
Normalen Reitställen, über das Fressverhalten bei artgerechter Haltung. Und es gibt noch ein paar Tipps.
Die du im Pferdealltag durchaus äh ja
beherzigen kannst, beherzigen darfst, weil man hat nämlich tatsächlich in Untersuchungen festgestellt, dass circa vierzig Prozent der Freizeitpferde. Und damit reden wir noch nicht mal unbedingt von Pferden, die regelmäßig aufs Turnier fahren oder ab und zu mal aufs Turnier fand
sondern der Freizeitpferde.

[0:50] Magen-Darm, beziehungsweise sogar, also magen-Darm-Probleme oder auch äh Magengeschwüre haben. Und das ist natürlich super viel, jeder, der mal Probleme mit dem Marken hatte, weiß, wie schmerzhaft das sein kann. Und ähm.
Mit ein paar Tricks bei der Pferdefütterung, wenn man darauf achten, dann können wir das schon mal ganz
eindämmen. Grundsätzlich ist es ja so, dass unsere Pferde eigentlich von Natur aus circa sechzehn Stunden am Tag mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sind
Das heißt aber nicht, dass die sechzehn Stunden am Stück essen und dann acht Stunden gar nicht, sondern die machen wahrscheinlich noch nicht mal vier Stunden Pause, sondern eher immer
ja, mal ein paar Minuten oder vielleicht halt, wenn sie's schlafen, vielleicht auch schon mal was länger, aber ansonsten sind die Pausen das Fressens doch relativ,
kurz.
In der Regel ist es ja auch so, dass die Pferde in der Natur beim Fressen ja auch immer gehen, ja, das heißt, die gehen von einem Grashalm, dann müsst ihr jetzt mal wieder zwei Stunden gehen, zum nächsten, ja, in der Städte, dass er halt auch nicht so viel, da sind nichts diese üppigen Weiden.

[1:53] Was wieder mit äh,
der Bewegung zu tun hat, die äh sowohl auf den Hufmechanismus, aber natürlich auch auf die Verdauung wirkt, weil da Bewegung geregt, die Verdauung ja auch immer alles an, den Stoffwechsel. Das Pferd hat den ganzen Tag
die Nase auf dem Boden, was wieder ganz anders auf die Wirbelsäule,
wirkt, weil die Pferde dadurch, dass sie ja den Kopf runtermachen, den Widerriss nach vorne ziehen, das heißt, die Dornfortsätze werden aufgestellt.
Also, es äh hat, das ist in der Natur ja immer so, dass es wie so Zahnräder sind, die ineinander greifen, das eine fördert wiederum das andere.
Deswegen, also wie gesagt, sechzehn Stunden Nahrungsaufnahme in vierundzwanzig Stunden, aber niemals mit einer größeren Pause sein, denn die schlafen gerade
Deswegen hat die Natur das auch so gemacht, dass der Magen eines Pferdes im Verhältnis zur Körpergröße relativ klein ist, nur circa achtzehn Liter, also das ist etwas weniger als zwei Putzeimer.
Wenn du mal bedenkst, wie groß äh das der Heuhaufen ist, der in der Box von deinem Pferd liegt, na dann kannst du dir das schon mal ungefähr so ausmessen, ja.
Ist es natürlich nicht ganz vergleichbar, ich weiß, du brauchst mir jetzt nicht direkt aufs Dach steigen, auf dem, bei dem Heuhaufen, da ist natürlich noch Luft mit dazwischen und die Zähne, die das wird noch zerkleinert, ne? Aber nur mal so als Hintergedanken.
Dass es eigentlich relativ klein ist.

[3:12] Die Natur hat das so eingerichtet, dass durch diese ständigen Nahrungsaufnahme auch ständig Magensäure produziert wird. Und jeder, also, wahrscheinlich so fast jeder Mensch auf dieser Welt, der sich mal
übergeben hat oder mal, ja, ein bisschen
Dollar aufgestoßen hat, weiß, wie unangenehm Magensäure ist, wenn die auf äh Stellen kommt,
die nicht, ja, dafür ausgerüstet sind, sich davor zu schützen, ja? Magensäure ist wirklich eine sehr starke Säure und jetzt musst du dir vorstellen, der Marken, das ist ja im Prinzip, wie so ein Ballon mit oben im Eingang und unten im Ausgang
und dieser Ballon ist von innen ausgekleidet mit Schleimhaut, also mit Schleim. Und dieser Schleim, der.
Schützt die Magenwand, also den Muskel, was der Muskel und Gewebe, also daraus daraus besteht ja so ein Magen, der wird durch diesen Schleim geschützt, oder mit der nicht von der Magensäure kaputt gemacht.

[4:11] Wenn jetzt aber dieses Schleimhautschicht gestört ist, ja, dann,
kann es natürlich schon sein, dass die Magensäure bis an die Magenband herantritt und da Probleme, ja, von Schmerzen, über Magenschleimhautentzündungen, über Magengeschwüre und und und ähm.
Entstehen. Wir Menschen produzieren Magensäure nur, wenn wir essen.
Ja, also wenn es das Wasser im Mund zusammenläuft, so ungefähr, dann wird auch gleichzeitig das Produzieren der Magensäure angereg.
Beim Pferd ist das, wie gesagt, anders, da wird ständig Magensäure angeregt. Pferde sind aber auch Dauerfresser, das heißt, die haben eigentlich immer was im Magen.

[4:52] Und was noch dazu kommt, ist, dass wenn die äh Pferde ja ständig essen
haben die auch ständig Speichelproduktion beziehungsweise Speichelfluss, der mit der Nahrung in den Magen gelangt und damit auch die Magensäure schon wieder etwas neutralisiert.
Und deswegen ist hier der aller aller wichtigste Tipp, du hast jetzt ein paar Hintergründe und du ein Wissen
Dazu, wie die Nummer mit dem Magen aufgebaut ist beim Pferd und deswegen ist der erste wichtige Grundsatz für die Fütterung deines Pferdes, dass du ein natürliches Fressverhalten deines Pferdes.
Förderst,
was natürlich in den klassischen Reitstellen schon mal ein wenig schwierig ist. Also wenn du mit deinem Fett in einem solchen klassischen Reitstart stehst, wo morgens Abends Zoll gefüttert wird und zwei bis drei Mal am Tag noch eine Kraftfuttermenge
dann ähm gibt es tatsächlich auch recht häufig von den Pferdebesitzern, die Anmerkungen, dass zu wenig Heu gefüttert wird.

[5:50] Klar, da da überschneiden sich dann auch wieder die Interessen von Stallbesitzer und Pferdebesitzer. Ähm aber bevor du jetzt hier irgendwie direkt die Pferde wild machst.
Wollen wir erst nochmal kurz darüber sprechen. Also ausreichend Rauffutter, zu Rauffutter gehört nicht nur Heu, sondern normalerweise auch Stro.
Gutes Strom. Jetzt ist es aber so, dass von Stroh wird einfach nicht die Menge gefressen, die sind doch Stroß ganz anders äh aufgestellt und mit einer anderen Faser. Aber durchaus ist es äh normal, dass Pferde auch,
Stroh fressen. Das kann man da durchaus mit ähm einfließen lassen in die Rauffutterberechnung, in die Rauffutteration wichtig zu wissen, ist das ja nun mal auch, wenn Pferde,
keinen Stroh zur Verfügung haben. Das heißt, wenn ihr auf Späne oder Ähnliches stehen. Ähm dann sollte man Stroh durchaus auch mit.
Füttern und durchaus einmal eine Handvoll mit in die Box legen
vielleicht zu der normalen Heufütterung auch mit dazugeben. Ausreichend Kraftfutter bekommt dein Pferd normalerweise dann
wenn es circa zwei Prozent oder anderthalb bis zwei Prozent des Körpergewichtes entspricht. Das heißt, du berechnest es so. Wenn du ein sechshundert Kilo schweres Pferd hast,
die zwei Prozent berechnet man dann in denen du sechshundert geteilt durch hundert mal zwei.

[7:07] Oder sechshundert geteilt durch hundert mal eins Komma fünf,
So und dann kommst du aus, dass dein Pferd ungefähr zehn bis zwölf Kilo Heu.
In Klammern und Stroh, am Tag zu fressen bekommen sollte.

[7:24] Wie viel das letztendlich ist fürs Auge, ja, so wie viel Volumen das hat, sage ich mal,
das äh kann man da immer so ein bisschen schwierig abschätzen, da das auch immer ein bisschen drauf ankommt, wie hoch, dass der Wassergehalt im Stroh ist, ja. Das heißt, wenn dein Pferd eine relativ kleine Menge Stroh äh Heu bekommt.
Wäre mein Tipp erstmal, wiege das mal ab, also ähm tut es in den Heunetz rein und hängt das dann an eine Waage, die kannst du dir irgendwo leihen oder möglichst auch kaufen.
Und dann kannst du mal abbiegen, wie viel Heu beziehungsweise wie viel Heu und Stroh entfährt tatsächlich am Tag bekommt. Und oftmals ist es tatsächlich so, dass das Heu.
Schwerer ist, als man als Pferdebesitzer annimmt. Also oftmals ist es bei uns in der Praxis jetzt schon so gewesen, dass wir zwar gedacht haben, ui,
ne, die Rauffutteration ist aber eher gering, vielleicht sogar zu gering, aber wenn man's dann abgewogen haben, war das eigentlich in Ordnung. Ja
So ähm hat, wie gesagt, immer nochmal ein bisschen auch was mit den Feuchtigkeitsgehaltsstroß zu tun, wobei es da auch Richtlinien gibt, aber da sprecht dann halt einfach gegebenenfalls mal mit dem Stallbesitzer oder mit dem Hersteller, von dem Heu, dass man da nochmal irgendwie bisschen.

[8:38] Ja, dass man da einfach ins Gespräch kommt. Also bevor du da einen richtigen äh ja, bevor du da jetzt richtig einen vom Zaun brichst,
bleib erstmal ruhig, ich sage immer sprechen, der Mensch und kann geholfen werden. Die Horration ist oftmals ein Streitpunkt in den Reitstellen, oftmals berechtigt, aber eben nicht immer. Und bevor du da
quasi, sage ich mal, unbewaffnet in so ein Gespräch reingehst, wiege es erstmal ab.

[9:02] Und dann ähm gehe mit den Zahlen eventuell zum Stallbesitzer. Bei Kraftfutter.

[9:11] Ist das ein bisschen ähm anders. Oftmals ist es zwar so
dass die Pferde dreimal am Tag Kraftfutter bekommen und in der Regel ist das ja auch in Absprache mit, also zwischen Pferdebesitzer und Reitstallbesitzer, der dann entsprechend füttert. Ich weiß, dass es in vielen Reitstellen auch so ist, dass die Pferdebesitzer schon
in ähm einmal die Futterrationen vorrationieren und dann von die Box stellen.
Weil man halt möchte, dass zusätzlich zum Hafer auch nochmal Müsli oder Zusatzfutter oder irgendwas anderes mit dazu gefüttert wird. Ä.

[9:45] Ja

[9:47] Wichtig ist aber, dass du die, bevor du das Kraftfutter gibst, dass da Heu gefüttert wird, damit der Magen äh schon mal ein bisschen vorbereitet wird, damit Speisel produziert wird, damit die äh Magensäure auch schon mal ähm.
Ein bisschen was zu tun hat
weil ein Pferd ist natürlich physiologisch nicht unbedingt dafür gemacht, Körner zu fotos pressen. Ja, also du findest auch kein Pferd in der Wildnis, was sich auf ein Haferfeld stellt und da anfängt, die Körner aus den Ehren rauszupulen.
Die Nummer funktioniert nicht. Deswegen.
Ähm hier auch immer nochmal ein bisschen mit Bedacht dran. Ähm bei Kraftfutter ist es tatsächlich so, dass in der Regel zu viel gefüttert wird
ja? Das ist nicht gut, nicht gut für die Gesundheit deines Pferdes, nicht gut für den Magen, nicht gut für den Energiehaushalt, ähm wenn dein Pferd zu dick ist.
Kann ich schon mal, also fast in in den allermeisten Fällen ist das der Grund, dass sie zu viel Kraftfutter bekommen. Du kannst einen Pferd, was nicht täglich schwer arbeitet, das Krafffutter ganz,
also oder sehr gering und und wenig eigentlich nur füttern,
das ist durchaus möglich. Ähm wie jedes Kilo weniger auf den Pferdefüßen, auf den Pferdebeinen kann der Gesundheit zu träglich sein. Also
hier mal unbedingt drauf achten, dass dein Pferd nicht zu viel bekommt und vielleicht auch nochmal, ähm, vielleicht kannst du zum Beispiel das Müsli.

[11:12] Ähm sicherlich ist es immer schön, wenn wenn es gesund ist und und lecker riecht, ja. Aber es gibt tatsächlich auch Müsli, was getreidefrei ist. Also vielleicht wäre das ja für dich nochmal eine Alternative.

[11:25] Wie gesagt, denke daran, dass du vorher das Rauffutter fütterst und das Kraftfutter dann nur so wenig wie möglich vielleicht sogar gar keins.
Ja? Wenn doch Kraft futtert, dann achtet drauf, dass es stärker arm ist, also Hafer, zum Beispiel, ist sehr stärker arm. Der Hafer kam halt eigentlich immer sehr gut füttern, sollte auch dem Müsli,
oftmals vorgezogen werden, sparst du auch eine Menge Geld mit. Ähm, wenn du doch Müsli füttern möchtest, achte drauf, dass es unbedingt Melassearm ist.

[11:57] Ähm, eine individuelle Futterration sollte natürlich immer vor Ort stattfinden.
Äh also eine Beratung dazu sollte immer vor Ort stattfinden. Das kann ich nicht übern Podcast machen. Ich werde hier künftig natürlich auch Experten haben, die nochmal viel weiter und tiefer in das Thema Fütterung einsteigen können, die wir da befragen können. Aber letztendlich ist das etwas, was bei dir vor Ort
im Stall. Wahrscheinlich täglich aufs Neue überdacht werden darf.

[12:31] Selbstverständlich sollte sein, selbstverständlich sollte sein, dass das Futter, egal ob Heu, Stroh oder Kraftfutter oder auch ähm Safthutter wie Möhren zum Beispiel,
komme ich gleich auch nochmal zu. Ähm selbstverständlich eine einwandfreie Qualität hat.
Und absolut schimmelfrei ist. Das ist für ein Pferdebauch natürlich tödlich. Also das muss sein. Deswegen, wie achte, also, wie erfährst du ab, dass ähm.
Eine gute Qualität hat das Futter. Benutze erstmal grundsätzlich deine Sinne, das heißt, guck dir das Futter an, siehst du irgendwo schon einen weißen Belag.
Dann könnte das Schimmels sein, da musst du auf jeden Fall genauer hinschauen. Ansonsten gucken, riechen, fühlen.
Wenn das Heu nicht gut und frisch nach Heu duftet, sondern nach irgendwas anderem. Ey, dann hat das in deinem Pferd nichts zu suchen.
Dann spricht mit den Pferde ähm mit dem äh Stahlbesitzer, dass das Heu eventuell getauscht wird, also nicht nur eventuell, das kann definitiv nicht gefressen werden. Und setze dich da aktiv für die Gesundheit deines Pferdes ein.
So, und als erstes gehe ich jetzt nochmal kurz auf die Saftfutterfütterung. Also alles, was irgendwie saftig ist, ja, äh, frisch.

[13:44] Möhren, Äpfel, Rotebeete.

[13:49] Das wird, das sind so die Sachen, die relativ häufig bei den Pferden auch noch mit in den Futternäpfen ähm landen.
Möhren und Rote Beete überhaupt gar kein Problem. Ja, also ähm sicherlich jetzt auch nicht in Massen, alles immer in Maßen.
Bei Äpfeln sieht die Nummer schon wieder ein bisschen anders aus. Also, ähm, es stirbt wahrscheinlich, kein Pferd daran, wenn es ab und zu mal einen Apfelblo.
Aber aufgrund der Saulsäure, die bei Äpfeln doch in der Regel recht hoch ist.
Und aufgrund des Zuckergehaltes ein Apfel enthält recht viel Fruchtzucker, sollten tägliche Apfel für Äpfelfütterungen.
Nicht unbedingt stattfinden, ja? Also ab und zu ist es kein Problem, aber bitte nicht täglich und erst recht, nicht mit jeder Futter, äh, mit jeder Kraftfutterration.

[14:39] So und jetzt am Ende möchte ich dich noch auf unsere Facebook-Gruppe aufmerksam machen, Pferdegesundheitstipps
eine sehr coole Community wird der Heranwachsen. Wir sind bereits in Planung mit Events und äh coolen Hacks für dich und auch mega Gewinnspielen und anderen Events,
die wir online und vielleicht sogar auch offline irgendwann, wenn Corona mal vorbei ist, umsetzen können. Ähm da wirst du auf jeden Fall immer sehr viel erfahren,
und mit vielen Experten auch sprechen können. Und ich würde mich da echt freuen, wenn du da mit reinkommst. Du findest den Link selbstverständlich in den Shownotes.
Genau. Und in diesem Sinne, jetzt erstmal viel Spaß im Stall und ja, dann lesen wir uns in der Facebookgruppe. Bis dahin, tschö.

​ Verpasse​ auf keinen Fall diesen einen, vielleicht wichtigsten Tipp ever!

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