Juli 15, 2020

Was tust du, wenn dein Pferd plötzlich blind wird? Den Verlust des Augenlichtes kann jedem Pferd passieren. Für den Besitzer bricht eine Welt zusammen... Genau das ist Simone mit Ihrem Pferd passiert. Mitten im Leben als Therapiepferd für Kinder verlor Toppolino sein Augenlicht. Nach dem ersten Schock für Simone der Beginn von IG Blinde Pferde e.V.  und ganz vielen wunderbaren Geschichten!

Infos und Kontaktdaten von Simone und ihrem Verein:

Name: Simone Bachmann
Beruf / Tätigkeit: Erzieherin

Ausbildungen im Tier-Bereich:
  • Interessengemeinschaft Therapeutisches Reiten
  • Ausbilderin für Reit-und TherapiepferdeMotopädagogik für Kinder mit Pferden
Kontakt:
E-Mail:  info@ig-blinde-pferde.de

Facebook: https://www.facebook.com/IGBlindePferde

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Transcript

[0:04] Sabrina: Hallo liebe Pferdefreunde, herzlich willkommen beim Podcast Pferdegesundheit. Ich bin Sabrina Hollender und heute habe ich die Simone Bachmann bei mir zu Gast
Simone ist eigentlich Erzieherin, aber sie ist seit eigentlich schon immer, seitdem sie klein ist mit Pferden unterwegs und sie hat da ein total interessanten Weg eingeschlagen: denn sie arbeitet mit und sie hat auch selber Pferde, die blind sind. Und da möchten wir heute mal drüber reden. Herzlich willkommen Simone.

Simone: Hallo Sabrina, guten Abend.

-Schön, dass du da bist.

-Ja. Es freut mich auch sehr.

- Magst du erstmal kurz ein paar Sets über dich erzählen? Wie hat sich so dein Weg, ja, von ersten Pferd, vom ersten Pferdekontakt, bis da, wo du jetzt bist, äh ja, so ergeben.

[0:54]

Also, ich habe, ich habe sehr früh den Pferdekontakt
bekommen, auch unterstützt doch meine Eltern im zarten Alter von sechs Jahren und ja und hatte dann wohl auch ein bisschen Talent und so wurde dann eine so die Sportrichtung eingeschlagen und
bin da auch immer unterstützt worden. Ja und dann war irgendwie so mit vierzehn gleich klarmit sechzehn fange ich an und dann möchte ich eigentlich Reittherapeutin werden. Genau und dann habe ich aber eben erst die Erzieherausbildung gemacht, habe dann auch als Erzieherin gearbeitet, habe mich dann selbstständig gemacht und habe
dadurch eben ein Therapiepferd mir selber ausgebildet, was mit sieben Jahre auf einem Auge zuerst erblindet ist.

[1:39]

- Okay, so. Also du hast ganz doll mal die Ausbildung zur Erzieherin gemacht. Hast du denn dann auch im Bereich Pferde auch noch eine Ausbildung? Also, ja gut, damals gab's wahrscheinlich noch nicht so viel... Pferdewirt gab's damals, ne?

- Ja, Pferdewirt gab's und es gab natürlich für diese
Therapieausbildung gab's natürlich das von der FN das deutsche Kuratorium für therapeutisches Reiten. Ja. Ich hab aber damals in Marburg ein, also auch eine Interessengemeinschaft therapeutisches Reiten gefunden, eine Ausbildungsstelle . Da war schon viel mit Offenstallkonzept, die Pferde genau anschauen und auch was macht eine Herde aus? Und viel mit beobachten da ähm ja es war schon auch ein bisschen alternativ auch äh Feldenkreisausbildung. Und da hat man eben zum einen diese
Reittherapie für die Kinder, das nennt sich Motopädagogik mit
Pferden für Kinder gemacht und man konnte zum anderen auch den Ausbilder für Reit und Therapiepferde machen. Und im Anschluss daran habe ich noch eine
Intensivausbildung eben zu dem Thema Feldenkreis und Pferde, in der Körperarbeit und Bodenarbeit.

[2:52]

- Coolen Sachen. Also ich merke gerade, dass auf jeden Fall noch viel Potenzial für viele weitere Gespräch und Geschichten. Ja, ich merke das schon, du bist da total vielseitig. Hast du bestimmt viel zu erzählen. Jetzt geht's ja heute erstmal über blinde Pferde und dadurch, dass dein Pferd dann da ja eigentlich so mitten im Arbeitsleben ja dann auch irgendwie blind geworden ist. Warum überhaupt?


- Ja, also es ist warum überhaupt äh manchmal ist es auch einfach Schicksal oder es hat zu kommen müssen. Also ich habe mir damals den Knappstrupper ganz bewusst ausgesuchtweil einfach dieses von dieser Pferderasse als Therapiepferde einfach,
bombastisch ist. Und sie sind sehr menschbezogen. Sie sind ein bissel in der kräftiger in der Statur. Sie sind sehr taktrein, trittsicher und sie sind immer Mensch bezogen und dem Mensch zugewandt.
Hat er aber schon auch im Hinterkopf, dass diese Knappstruppe schon auch gern mal was mit den Augen haben. Also ich bin nicht völlig überrascht worden.
Ja, so gesehen von inneren. Ja und ähm
es war eigentlich alles super, der hat sich genauso entwickelt, wie er hat sein sollen, einen Traumpferd, von Anfang an, bis zum Ende immer Arbeitswillig. Am Anfang durfte er ja nicht mit den Kindern, so wie seine Herdenkumpel. Die hatte ich schon länger, die waren auch schon etwas gesetzter und die sind immer runter von der Korppel und der stand immer am Zaun wollte mit. Also er war wirklich toll, toll. Und eines Tages dachte ich so "hm, der ist anders."
Strecken, Kopf ein bisschen anlöscht. Ist ein bisschen ein ticken nervöser, was für ihn völlig untypisch war.
Und auch beim Reiten war er nicht mehr sicher. Ja, also so. Okay und dann, wie das so, sieben Jahre alt. Und gerade so eigentlich, dass es so im Job angekommen ist, wirklich ganz kleinen Kindern und mit wollte ich hier Gott oben drauf wirklich und immer verlassen, Pferd gewesen und habe natürlich,
ja, dass man auch dort die therapeutische Arbeit beobachtet war, seine Pferde doch schon sehr genau. Äh und auch mit dem
Hinter Gedanken, na ja, vielleicht doch was an die Augen.

[5:11] Und dann kam also tatsächlich meinTierarzt, da habe ich gesagt, guck mal ins Auge und sehe da, der war links schon komplett blind,
da war keine Entzündung. Das war noch nicht verkleinert. Da war nix rot, da war nix gedreht, nichts,

- Also es war schon auch eine Überraschung trotz alledem. Also das heißt also das festgestellt hast, du hattest einen Prinzip gar keine Zeit mehr irgendwas zu machen, der war schon blind auf einem Auge, ja.
Und das andere Auge war unauffällig. Okay. Ja. Und dann steht man da erstmal da. Und dann habe ich aber das große Glück, dass ich ein,
Ganz tollen Tierarzt habt, der mich auch schon ganz eigentlich ja aus meiner Jugendzeit schon mit meinem Pferden begleitet hat, der mir anguckt, dann gesagt, jetzt,
und sage, ja und jetzt, ich habe sie ja nichts. Das ist nicht entzündet, da müssen wir keine Tropfen geben. Du guckst bitte, dass du dir anschaust, wenn's fressen sich verändert oder so. Oder er irgendwie anders wird. Also wenn sich das noch extrem.

[6:11] Also extremer wird ähm und hat er gesagt und dann arbeite wieder mit ihm. Der muss wieder ins Gleichgewicht kommen. Mhm. Also gut.
Okay. Ja und dann hatte ich zum Glück
ähm war ich gerade sehr intensiv in dieser Felgenkreisausbildung. Mhm. Und hatte das große Glück, dass meine Ausbilderin gekommen ist. Und das mir ganz speziell mit ihm in diese Felgenkreisarbeit reingangen sind, weil wir hatten
Also, ich glaube, der Toppolino hatte gar nicht so das Problem. Also das war ich, die das Problem hatte. Und wir haben dann so eine ganz intensive
Einheit in der Körperarbeit gemacht. Und das war irgendwie so der Knackpunkt für mich, wo ich gesagt habe, okay.
Andere Optionen gibt's nicht für mich, ja? Aufgeben ist nicht und.
Guck jetzt grad aus und fange wieder an mit ihm zu arbeiten. Und das war.
Ja ab dem Tag gegenseitig stetig bergauf. Immer wieder ein Stückle mehr. Es gab natürlich auch
Tränen, es gab Rückschritte, aber irgendwie hat der Toppolino immer zu mir gesagt, wir machen weiter. Und er war immer so, dass es nicht so.

[7:18] Also, dass es so übermächtig wurde. Auch so, man hat da natürlich schon auch Angst. Ich meine, da ist am Anfang schon viele Dinge anders.

-Das heißt aber also, der war bis zu dem Zeitpunkt nur auf einem Auge blind.

-Ja, genau. Und das ging drei Jahre gut.
Ja. Und in dieser äh Zeit äh haben wir nochmal den Stall gewechselt und da auch der Umzug war ja einäugig, war ja kein Problem. Das Auge hat nach wie vor keine Entzündungen gezeigt. Das Auge ist schön, also
geschrumpft, der hat das die Glaskörper noch drin. Und das Auge hat sich umschlossen, da war.
Ja, also man guckt sich das natürlich, macht das sauber und so, aber war nie, äh, Pflegebedürftig und dann so nach drei Jahren mag ich, dass der Abend so im Halbdunkeln beim Übergang zum Paddock plötzlich die Füße sehr extrem lupft.

- Extrem was?

- Er hat die äh Füße gehoben, die Hufe gehoben. Ach so, also er musste da schon ein kleiner Absatz, aber er konnte einen Absatz nicht mehr richtig sehen und dann wusste ich, oh oh, jetzt geht's auf der anderen Seite los. Ja.
Und dann hatte der das Problem, dass der tatsächlich vor Schatten.

[8:28] Angst hatte, weil der die net einschätzen konnte, ist das jetzt ein fester Gegenstand, weil der ja noch so hell dunkel konnte auf dem anderen Auge nur sehen. Die andere Seite war ja
da hat er sich orangiert auch, man konnte auch sehen, da haben am Auge die Wimpern, die wurden länger an dem Blindenauge, kann natürlich auch
optisch sein, weil es auch ganz sicher auch schrumpft, aber man hat schon den Eindruck, dass man das beobachten kann.
Ja und dann war da eigentlich, dass der Moment, wo ich auf unsere erste Vorsitzende gestoßen bin. Damals.

- Genau, ihr habt ja ein paar jetzt sogar einen Verein für Pferde, ne?

- Genau. Genau. Der Blinde Pferde e. V. Ja.

- Genau. Und äh ja gut, es gibt ja tatsächlich viele blinde Pferde, ich hatte auch mal ein Pflegepferd, was auf einem Auge blind, was hat er auch gar nichts, also der ist Augapfel, komplett rausgenommen. Ähm.
Gehen wir gleich auch auf jeden Fall nochmal drauf ein ähm dann ist er aber nach drei Jahren auch auf dem anderen Auge blind geworden, aber auch das wieder völlig symptomlos.

- Ähm ja, da war's ein bisschen, also das war Symptom los, in dem Sinne, ja? Da war aber für ihn, was dann in der Blindheit am Anfang dazu kam, war für ihn die, der Schwindel.

[9:46] Also die haben die Pferde.
Haben so, also Pferd geht ja ähnlich gern im Kreis eigentlich, ne? Mal davon abgesehen und ähm wenn man den mag, dass der auf der Neuerseite, die Seite.

[10:03] Sehr viel in Schwanken kam und dass der immer reinkam und das war eigentlich so, am Anfang wirklich ein großes Problem, was ihnen auch wirklich verunsichert hat. Mhm. Aber komischerweise war ich beim zweiten Auge mutiger,
fragt mich nicht, warum. Irgendwie.
Ich habe einfach, es aufgeben war, also es gab ja keine andere Option, du kannst einschläfern oder weitermachen.
Und ich habe halt dann so für mich gesagt, okay, das sind Probleme, die muss ich mit ihm klären, aber für mich muss auch klar sein, der Toppolino, kann weiter in seiner Herde leben. Ja. Das waren so für mich die beiden.
Knackpunkte, Rücksage, ob das eine, das kriege ich jeden, das können wir trainieren. Ähm damals Gott sei Dank war es schon auf Doppellonge ausgebaut, ausgebildet.

[10:52] Das an der Doppelhause des Arbeiten und immer wieder ein Langzügel rein und ein Sand fährt, das hat ich sagen vier Wochen und dann muss ich sagen, da war eigentlich,
lass uns mal das Auge komplett blind, man konnte das erkennen, weil er die Schatten immer gesehen hat. Und zum anderen war der Schwindel weg. Mhm. Und dann war der.

[11:12] Toll zum Reiten, da war ich besser zum Reiten wie vor.

- Also, ich sage mal so, ne? Eine eine Seite blind, ja, ne, das das kommt vor, das das sieht man immer mal hin und wieder.
Ja. Aber beide seiten blind, das ist natürlich echt schon eine Nummer für ein Pferd, ne? Ja. Also traust du das jetzt so ähm.

[11:29] Ich meine, das sieht theoretisch auch so, würde das erzählen, das kann ja jedem passieren, ja? Also ich gehe morgen in Stall und mein Pferd steht da und
oder stolpert auf einmal oder schwindelt auf einmal oder hat vielleicht auch ein dickes Auge, wenn's natürlich irgendwie nochmal ja erkrankt ist. Es kann ja theoretisch im Prinzip jedem erstmal passieren morgen
oder übermorgen. Ja. Aber beide Augen ist natürlich schon eine normale was sagst du denn du hast da jetzt auch gerade mit eurem Verein für blinde Pferde jetzt schon viele Pferde und auch viele Besitzer äh damit kennengelernt? Ja, wie lebt man denn mit einem Pferd, was komplett blind ist, wo man jetzt vielleicht nicht so ausgebildet ist, wie du und wie der Toppolino.

- Ähm ja, wie lebt man mit, also zuerst mal,
ist es natürlich erstmal, denke ich, kommt jeder erstmal in die Schockstarre, egal was dafür ein Wissen hat oder was auch für eine.
Erfahrung hat. Ne? Und, und zum anderen ähm.

[12:24] Muss man halt ganz genau beobachten und es gibt ja.
Einfache Tricks, wo wo wirklich viel helfen zum Beispiel, dass man einen Windspiel an die Wasserstelle
stellt, wenn man jetzt, wenn die Pferde jetzt im Offenstall sind, gehen wir mal davon aus oder Sandpaddock, also bisschen mehr Bewegung, ähm
dann ein Windspiel an die an die Wasserstelle. Und dann zum Beispiel am Übergang vom Stall, vielleicht eine Kunststraßenteppich auf dem Boden.
Und dann ähm ja, es gibt.

[12:55] Duftbäumchen. Ach, wir haben von den Vereinsmitglieder eine hat zum Beispiel an den Zaun, damit er den hören kann von diesen, ich weiß jetzt nicht, darf man das sagen? So diese Schokoladeneier, wo ihnen drin so ein gelbes Kapsel drinist, dass wir keine Sachen gucken. Also von den ja. Hat er
kleines Steinchen rein und hat die an die Zweite gehängt, damit die Pferde das akustisch äh wahrnehmen. Man muss halt. Ja. Muss auf den anderen Sinnen leben und auf den anderen Kanälen mit dem Blindenpferd
Mhm. Wahnsinn.

[13:33] Das ist ja voll interessant, aber da wird man, glaube ich, da noch echt erfinderisch, ne?

- Ja, Not macht erfinde ich. Mhm. Ja, ja, klar, Not auf jeden Fall, Not. Ja
Und und das äh das auch mit dem, also diese Sinnesumstellung, also sei es das dann Schwindel kommt oder die hören ja plötzlich plötzlich viel besser oder
die haben viel mehr Gefühl plötzlich in den Füßen, die spüren sich ganz gut, ja. Ähm diese Umstellung bis das im Gehirn beim Pferd ankommt. Das dauert eine Weile, ja? Das
beim einen, ich meine, hier besser, die vorher ausgebildet sind, desto leichter tut sich.
Mhm. Das Pferd natürlich auch oder je tiefer die Vertrauensbasis ist oder ne oder die äußeren,
Umgebungen, er hatte feste Herde oder so, dass du schneller können, die Umschalten, da das Pferd ja eigentlich auch nicht alles mit den Augen macht, dein Pferd hat ja.
Ohren zum Hören. Ja. Zum Laufen.

[14:32] Es hat Tasthaare, die hat's ja auch nicht umsonst. Mhm. Die vergessen sind nur manchmal. Mhm. Es ist nicht anders wie beim blinden Menschen. Ja. Ja. Auch seine was können die ertasten
Ja, fällt einem nichts mehr ein. Nee, das stimmt. Ich habe sie meinen sich um.

- Ja, das stimmt. Meine Oma war blind. Meine Oma äh also ich kenne meine Oma nur blind und die hat auch im Prinzip gelebt, wie jeder normale Mensch, aber doch. Ja. Ja. Komplett anders, ne? Ja.
Ja, das kann ich mir beim Pferd dann irgendwo auch vorstellen, dass die sich dann da mit Sicherheit nach einiger Zeit erst, aber sicherlich dann irgendwann halt auch dran gewöhnen, ne.
Ja, das heißt, aber du hast deine Pferde auch im Offenstall leben, ne? Jetzt hast du ja.

[15:17] Nicht nur ein blindes Pferd?

- Ja, erst, ich habe insgesamt vier Pferde. Mhm. Davon ist eben der Toppolino, der ist äh blind. Mhm.

[15:26] Und der ist jetzt sechzehn und dann habe ich den Sunny sein
ganz, ganz toller Haflinger. Der ist jetzt einundzwanzig und den habe ich jetzt auch schon sechzehn Jahre, der war also eines meiner ersten Therapiepferde damals. Dann habe ich den Diego, das ist ein deutsches Reitpony, der ist jetzt dreiundzwanzig. Der war ziemlich zeitgleich mitm
Sunny zusammen des Therapiepferd. Und seit,
Oktober letztes Jahr habe ich eben den Fuchur, den haben wir damals, den hatte Verein übernommen. Mhm. Der wär sonst zum Schlachter gegangen, aber mit drei Monaten festgestellt, der hat was in den Augen
Das ist irgendwie nicht ganz in Ordnung und eigentlich damals auf einem Auge blind und auf einem vielleicht noch Restsicht. Und den haben wir damals in unsere
Notfallfohlen äh Pflegestelle gebracht und äh als letztes Jahr im September, mein Oli meinen Norweger verstorben ist. Ähm.
Habe ich irgendwie nett lange überlegen müssen, habe ich gesagt, okay, dann nehmen wir halt jetzt das blinde Fohlen auf oder gesalten in der Fohlen. Ja,
und der lebt also tatsächlich. Der Blinde ist seine Mama oder sein Papa schlummert. Ah ja, die wir immer sagen. Mhm. Bezugspass. Ein Pferd, ein blindes Pferd kann auch völlig normal leben. Ja. Ja.

- Also ihr nehmt über den Verein auch tatsächlich erkrankte Pferde auf.

[16:50]

-Im Notfall. Im Notfall. Also man muss ja dazu sagen, wir haben ja keinen eigenen Hof. Mhm.
Was vielleicht auch manchmal ganz gut ist, weil ich glaube, wir hätten
ganz viel ganz schnell zu tun. Ähm und wir nehmen, wir haben natürlich schon ein paar Pflegeplätze
Aber das finanzieren wir halt alles dann über Spenden. Und in meines ist ja nicht nur mit dem Stall getan, wie man zum Blindes Pferd, wenn es gerade auch erblindet, ne? Oder.
Ja, wo halt das Besitzer einfach damit nicht klar kommt, was man kann das nicht erwarten von jedem.

[17:24] Und dann muss man die ja auch ja, muss man die ja auch weiter ausbilden oder ihnen den Weg bissle leichter machen.
Und dann den richtigen neuen Besitzer finden und den dann nach natürlich auch betreuen. Mhm. Das ist unser Job.

[17:40]

- Das heißt, äh du wohnst ja erst da unten im Allgäu, einen schönen Allgäu und äh der Verein, also ihr seid da unten tätig oder seid ihr auch in ganz Deutschland tätig?

- Ja, wir sind tatsächlich Deutschland tätig, deutschlandweit tätig. Mhm. Wir sind ganz gut aufgestellt, also wir haben wir haben.
Ganz viel also über ganz deutschlandweit Mitglieder und wir haben natürlich es ist wie in jedem Verein, die einen sind aktive Mitglieder, die anderen sind passive Mitglieder. Mhm. Wir haben.
Ja auch so Untergruppen gebildet
Beratungsgespräche, wer kann das gut oder vor Kontrollen machen. Dadurch, dass wir deutschlandweit Mitglieder haben, können wir natürlich andere blinde Pferdebesitzer auch losschicken und sagen, du pass auf, mach mal ne Vorkontrolle.
Das Pferd kennt, also um das Pferd geht's. Das und das braucht's. Schau dir das mal an, kannst du mit den Leuten auch reden.

[18:36] Oder eben aber auch dann, dass wir Hilferufe bekommen, es klappt plötzlich hinterher, der net oder sie ziehen um, was können sie machen, was können sie vorher bauen? Dann fahren wir vor Ort und beraten.
Oder ja äh Gott sei Dank mittlerweile kommen auch Züchter auf uns zu. Mhm. Mhm.
Was, was uns sehr glücklich macht und äh ja und so sind wir eigentlich deutschlandweit genau. Und okay, ich bin eben Süden.

- Und ihr Helf, also ihr tretet aber quasi erst dann in Erscheinung, wenn die Pferde auch schon tatsächlich äh blind sind, beziehungsweise auf dem Weg dahin sind äh zu erblinden.

- Genau, also es ist ja oft so leider tatsächlich noch so, dass wenn die Pferde tatsächlich, also ein Auge periodische Augen sind, um mal eine Krankheit zu nennen. Es gibt ja viel, das kann ja auch ein Unfall oder ja.
Irgendwas anderes doof. Es kann ja immer passieren, halbes und was es da nicht alles gibt. Ja. Ähm wenn es dann heißt oft leider nach wie vor.

[19:43] Die raten zu euthanaise. Ja und dann haben wir ganz oft äh haben wir Verzweifelte Besitzer natürlich. Mhm.

[19:55] Die dann net so wie mir am Anfang, wo es uns noch nicht so nett wird mäßig gegeben hat, alleine dastehen und dass schon mal damit klar kommen müssen, sondern wir unterhalten uns dann.

[20:06] Mit den verzweifelten Besitzern und machen oft auch Mut, ja? Und so, dass auch da besitzt er sich die eine Chance gibt und sagt, okay, wenn's net geht.
Kann ich immer noch anders entscheiden, aber probieren kann ich's. Und es.

[20:21] Scheint, doch Bauch zu funktionieren. Nicht jeder. Nee, das klares. Aber es gibt tatsächlich ganz, ganz viele.
Die damit klar kommen. Und das ist eben auch und dann natürlich auch die Social Medias, was man jetzt hat, ähm natürlich äh wo man sich austauschen kann und ähm auf Messen sind wir vertreten.

Also das heißt, dass, dass es uns erst drei Jahre gibt, sind wir ziemlich wichtig. Wahnsinn.

- Ja, sie sagen, okay, ja, voll cool. Aber also das heißt, wenn ich jetzt irgendwie äh Probleme mit den Augen.
Also nicht mit der Krankheit selber, klar, da rufe ich natürlich erstmal den Tierarzt für Therapie, seid ihr nicht da, ihr seid wirklich dann erst da, wenn es völlig egal, welche Ursache ist, letztendlich hat man das Pferd, ja.
Blind ist oder blind wird
dann kommt ihr und da kann man euch dann kontaktieren und ihr beratet dann oder ihr steht einem auch einfach nur mal zur Seite, ihr hört mal zu und ihr zeigt einen dann, wie die Nummer halt auch mal funktioniert mit einem blinden Pferd im mit einem ganz blinden Pferd
Genau. Solche Leute braucht die Welt. Bin ich ganz fest, weil ich nämlich ich glaubte mich auch ganz fest, dass Erblindung kein Todesurteil ist, zumindest nicht zwingend. Man kann es zumindest mal versuchen.
Ja. Wobei ich glaube, ich, also es gibt doch bestimmt noch Pferde, damit nicht klar kommen, oder?

- Natürlich gibt's, also die gibt's, also sind relativ wenige, aber die ging's. Und auch da begleiten wir die Menschen dann. Mhm.

[21:55]

Ja, es ist ähm ja, es geht halt, man geht's halt nicht. Wobei meistens die Pferde das ganz klar und deutlich zeigen. Mhm,
Ja, ich glaube für die Besitzer ändert sich dann auch einfach so ein kleiner Traum, ne

- Also. Ja, es ist, ja, es ist halt, das Blatt, Platzteil, wie so eine Seifenblase, es ist halt, du kannst es halt auch nicht mehr rückgängig machen. Es ist so, wie es ist. Ja. Es ist wie's ja,
Ja und und aber was halt, wenn jetzt die sonst keine.
Baustellen haben, sage ich mal, sind die tatsächlich auch vollreitbar, also,
ganz tolle Sachen. Also zum Beispiel ähm wir haben vermittelt, ne? Mhm
und da war die noch auf einem Auge. Sehen war sehr gut eingefahren und nach vierzehn Tage ist das zweite Auge halt leider auch. Das musste dann in eine Not-OP äh
entfernt worden. Und die hatte dann in dreiviertel Jahr Pause und dann konnten wir wieder Kutsche fahren mit der.

-Ach krass.

[22:54] Wunderbar, die ist auch in einem Offenstall untergebracht mit einer Hafistute und einen Schulenpony und das ist das total tolle Kinderpony,
Ich habe sichersten von alle. Also die können sehr gut damit leben. Man muss nur.
Ja, es kostet schon auch Kraft, also das soll jetzt nicht hier alles rosarot sein, das kostet viel Kraft, das kostet viel Geduld.
Ja, das muss man sich oft auch wieder aufrichten, das geht am Anfang auch. Fünf Schritte zurück und zwei nur verwatzt, aber ähm wenn man dann.

[23:31] Wieder losreitet, ja und und das ist mit nichts zu vergleichen das Gefühl. Das gar nicht

- Man muss dann vielleicht auch einfach mal reiten sein. Es ist genau das wollte ich gerade sagen.

- Ja. Es gibt so viele Möglichkeiten sich mit einem Pferd zu beschäftigen.

- Ja, wenn man das denn möchte, da findet man sicherlich eine Möglichkeit ähm Simone, was ist dein Tipp für eine, ein gesundes Pferd.

- Ja ähm schaut euren Pferden öfters mal tief für die Augen auf jeden Fall, weil man sieht es nicht immer gleich und.
Auch die Wesenszüge und ähm.
Einfach sein Pferd gut beobachten und dafür sorgen, dass es immer ein Pferdekumpel hat. Eigentlich so viel Futter, dass man für Futterpausen sorgen muss
nicht viel Liebe, für Bewegung, adäquate Bewegung. Und ja, Freude einfach aus, dass es soll einfach auch die Freude und die Freude miteinander teilen. Und dann.
Ist das immer eine spannende Geschichte mit den Pferden. Ob sie sehen oder ob sie nicht sehen ist, egal, es ist immer spannend.

[24:42] Wir haben gerade, bevor wir den die Aufnahme gestartet haben, auch schon gesagt, dass, wenn man den Pferden in dies in das Auge schaut, dass man da so viel sehen kann, so viel sehen kann.
Und.
Natürlich, das habe ich auch schon in einer anderen Episode erwähnt, es ist total sinnvoll, dein Pferd öfter mal ins Auge zu schauen, um Krankheiten zu entdecken oder Veränderungen oder Trübungen oder.
Irgendwas, ja? Ähm aber man kann auch so viel Inneres vom Pferd sehen und ähm ich finde das total spannend, dann auch jemand
oder ne, also wo du mit Blindenpferden arbeitest, die Pferde selber können, nicht sehen, aber sie geben trotzdem so viel und sie zeigen dir trotzdem irgendwie ihre Welt.

[25:23] Und das ist so ein mega spannendes Thema.
Ich freue mich da auf jeden Fall, dass äh wir dieses Gespräch geführt haben, die IG blinde Pferde e.v. findet ihr auf jeden Fall im Internet
Mädels, ich habe euch die, ich lege euch die Links in die Shownote, da könnt ihr dann danach schauen, könnt ihr draufklicken, wenn ihr da Hilfe braucht. Wie gesagt, das kann jeden treffen, morgen, übermorgen, vielleicht auch als nächstes Jahr, völlig egal
holt euch da Hilfe, holt euch Unterstützung, weil es ist möglich mit einem Pferd, das Halbblind oder sogar ganz blind ist, weiterhin Spaß zu haben.

[25:58] Simon, ich danke dir hier, auf jeden Fall erstmal für dieses tolle Gespräch. Ich bin mir sehr sicher, dass wir uns noch das ein oder andere Mal hören werden. Ja, dann würde ich mich freuen.
Sehr, sehr gerne. Und ähm.

- Genau, also das heißt, wenn die äh, wenn die jemand eine E-Mail schreibt, die erreichen dann entweder dich oder jemand anders nicht ganz zurückgeht, minus Blinde Minus Pferde Punkt DE. Da wird dann
weiterverteilt und irgendeiner von uns meldet sich relativ brombt und relativ zügig


- Super. Und wenn das jetzt hier jemand hört, der auch ein blindes Pferd hat und der möchte bei euch vielleicht mitmachen, dann kann er sich doch bestimmt auch melden, ne? 

- Ja, da gab's immer jederzeit gerne. Wir mehr, je mehr
Helfer wir sind, desto besser können wir helfen. Schön. So gleich die Daumen, ich bin auf jeden Fall vielen lieben Dank in nächster Zeit nochmal öfter von euch zu hören.
Okay. Bis dann. Tschüss. Schönen Abend. Danke dir auch.

[26:53] Ich hoffe, das erste Interview im Podcastpferdegesundheit. Das hat dir gefallen. Und dann teile es doch gerne mit deinen Stallkollegen oder bei Facebook oder Instagram.
Und wenn du jemanden weißt, der auch ein Händchen hat für Pferdegesundheit oder auch echt eine interessante Story zu berichten hat,
dann melde dich doch bitte bitte gerne, weil das kann uns alle nur weiterhelfen. Du weißt nicht, ob vielleicht am anderen Ende der Welt jemanden sitzt, der das dann hört und dem das dann auch tatsächlich hilft, um das eigene Pferd,
ja, wieder auf den rechten Weg zu bringen
Es würde mich sehr freuen, du kannst mich erreichen über meine E-Mail-Adresse, Support at Pferdegesundheit Minus Online Punkt com oder du gehst einfach auf die Website Pferdegesundheit Minus online Punkt com und gehst da über das Kontaktfeld,
oder auch über Facebook oder Instagram. Also es gibt mittlerweile so tausend Möglichkeiten. Schreibt mir einfach, es würde mich mega mega freuen,
Bis dahin wünsche ich erstmal alles Gute, viel Spaß in Stall und pass auf dein Pferd auf, ne? Bis dann, tschüssi. Deine Sabrina.


​ Verpasse​ auf keinen Fall diesen einen, vielleicht wichtigsten Tipp ever!

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